Das Projekt
Unternehmen sind zunehmend mit Dynamik, Unsicherheit und Veränderungsdruck konfrontiert. Technologische Entwicklungen, Fachkräftemangel, wirtschaftliche Veränderungen oder unerwartete Krisen stellen Unternehmen und ihre Beschäftigten immer wieder vor neue Herausforderungen.
Um mit Veränderungen umgehen zu können, müssen Menschen und Organisationen zunächst Ereignisse einordnen, Zusammenhänge erkennen und ihnen Bedeutung geben. Dieser Prozess wird als Sensemaking bezeichnet und kann dabei helfen, auch in unsichereren Situationen Orientierung und Handlungsfähigkeit zu gewinnen.
Resilienz kann strategisch aufgebaut und gefördert werden und beschreibt die Fähigkeit, auch unter schwierigen und sich verändernden Bedienungen handlungsfähig zu bleiben und mit Herausforderungen umzugehen oder aus Krisen sogar gestärkt hervorzugehen. Erlangt wird Resilienz durch das Zusammenspiel von gegenläufigen Polen wie beispielsweise Stabilität und Flexibilität: Was gibt Menschen und Organisationen Halt und sollte bewahrt werden und wo braucht es Veränderung und Weiterentwicklung? Organisationen, die diese Balance beherrschen sind langfristig widerstandsfähig.
Der Projektname SENSILIENZ entsteht aus der Verbindung von Sensemaking und Resilienz. Er steht für die Verbindung von Verstehen, Orientierung und Handlungsfähigkeit im Umgang mit Veränderungen.
SENSILIENZ ist ein Verbundprojekt der anwendungsbezogenen Forschung aus den Bereichen Personalentwicklung, Berufspädagogik und Organisationspädagogik. Gemeinsam mit vier mittelständischen Unternehmen aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen beforscht die OVGU und die Uni Potsdam, wie Organisationen, Teams und Mitarbeitende mit Veränderungen, Unsicherheiten und Krisensituationen umgehen und ihre Widerstandskraft stärken können.
SENSILIENZ betrachtet Resilienz auf drei miteinander verbundenen Ebenen: Individuum, Team und Organisation. Dabei wird untersucht, welche Ressourcen auf den einzelnen Ebenen vorhanden sind und wie sie sich gegenseitig beeinflussen. Die gewonnen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Unternehmen dabei zu unterstützen, auch unter sich verändernden und unsicheren Bedingungen handlungsfähig zu bleiben und ihre Weiterentwicklung zu ermöglichen.
SENSILIENZ verfolgt einen partizipativen Ansatz. Die beteiligten Unternehmen bringen ihre eigenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Kompetenzen im Umgang mit Veränderungen in den Forschungsprozess ein. Diese vorhandenen Ressourcen sollen gemeinsam mit der Praxis sichtbar gemacht, bewusst gemacht und weiterentwickelt werden.